Betonieren von Styropor-Schalsteinen: So geht's richtig
Beim Befüllen von Poolwänden aus Styroporsteinen mit Beton ist Präzision gefragt. Bis zu einer Höhe von 1,50 m können die Wände in einem Arbeitsgang betoniert werden – vorausgesetzt, die Vorgehensweise stimmt.
Beton korrekt einfüllen
Der Beton darf nicht ungebremst aus dem Schlauch in die Schalsteine stürzen. Stattdessen muss das Material sanft eingebracht werden – eine sogenannte Fallbremse, ein waagrecht geführter Schlauch oder ein spezieller Einfüllstutzen sind hier Pflicht. Wichtig: Die Betonmenge muss sich exakt dosieren und bei Bedarf sofort stoppen lassen. Für bessere Kontrolle wird ein reduzierter Schlauchdurchmesser von etwa 60 mm empfohlen.
Betonmenge berechnen
Die benötigte Betonmenge ergibt sich aus der Wandfläche – also Umfang × Höhe (inkl. 5 cm Betonkranz). Pro Quadratmeter Wandfläche sind etwa 0,16 m³ Beton einzuplanen.
Beispielrechnung:
(8 m + 4 m) × 2 × 1,55 m = 37,2 m²
→ 37,2 m² × 0,16 m³ = ca. 5,95 m³ Beton
Zusätzlicher Bedarf:
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Für Treppenanlage (rechteckig): + ca. 3 m³
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Für eine Liegebank: + ca. 1,5 m³ (bei Hinterfüllung mit Schotter/Splitt)
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Für Technikraum: + ca. 1,6 m³
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Sicherheitsreserve: mind. +1 m³ mitbestellen
Welche Betongüte?
Die exakte Betongüte solltest du mit deinem Lieferanten abstimmen – die Bezeichnungen variieren regional. Gib an, dass du Styropor-Schalsteine für Poolwände betonieren möchtest.
Empfohlene Spezifikation:
C20/25, Expositionsklasse XC2, Konsistenzklasse F45 (max. F52), Körnung GK 16
Achte darauf, dass der Beton nicht zu flüssig ist. Keine Fließmittel verwenden! Der Beton soll sämig sein und ohne Nachverdichtung durch die Hohlkammern nach unten fließen können.
Richtiger Ablauf beim Betonieren
Beim Einfüllen unbedingt beachten:
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Kein direkter Pumpendruck auf die Steine – nur mit Fallbremse oder vergleichbarer Vorrichtung arbeiten
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Beton gezielt auf die Stege der Schalsteine einleiten, von dort fließt er kontrolliert in die Kammern
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Keine mechanische Verdichtung! Rüttler, Stampfer oder ähnliche Geräte sind tabu
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In mehreren Umläufen (idealerweise 2–3) befüllen – das verteilt den Druck gleichmäßiger
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Mit einem Kontrollstab prüfen, ob die Kammern vollständig gefüllt sind
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Nimm dir Zeit – nicht vom Betonfahrer hetzen lassen!
Tipp: Zwei Schaltafeln (ca. 80 × 160 cm) bereithalten – bei Beschädigungen durch unsachgemäßen Druck können sie als Not-Abstützung dienen.
Alternativen zum Betonpumpen
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Estrichpumpe: bei schwer zugänglichen Stellen einsetzbar – statische Gegebenheiten vorab mit einem Fachplaner klären
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Handbefüllung mit Betonmischer oder Zwangsmischer: besonders kostensparend, erlaubt stressfreies, schrittweises Befüllen
Trocknungszeit
Die vollständige Aushärtung der Betonwände dauert – je nach Witterung und Betonzusätzen – rund drei Wochen. In dieser Zeit sollten keine starken Belastungen auf die Wände wirken. Danach kann mit den weiteren Bauabschnitten begonnen werden.